Buchtipp „Der verschwundene Velázquez“

Der neue Schatzinsel-Buchtipp, heute im Solinger Tageblatt

„Dieses Buch ist ein Lobgesang auf Velázquez, den Größten aller Maler, einen Mann, dessen Leben beinahe so schwer zu fassen ist wie seine Kunst; und es ist ein Portrait eines obskuren Viktorianers, der diese Kunst liebte“.

Eine Doppel-Biographie: über Diego Velázquez (1599-1660), Maler am spanischen Hof, der jeden Menschen, den er malte, egal ob Wasserträger, Hofnarr oder Mitglied der Königsfamilie, eine beispiellose Würde verlieh, und über den Buchhändler und Kunstsammler John Snare (1811-1883), der sein Geschäft, seine Familie und sich selbst zugrunde richtete, indem er jahrzehntelang nachzuweisen versuchte, dass er in Besitz eines echten Velázquez sei.

Es ist ein Buch über verschwundene, geraubte, verbrannte, übermalte und falsch zugeordnete Bilder, und es ist auch ein Buch über das rätselhafte Bild „Las Menias“, bei dem der Betrachter zum Betrachteten und zum Teil des Bildes wird.

„‚Las Menias‘ ist wie eine Kammer des Geistes, ein Ort, an dem die Toten niemals sterben. Die Dankbarkeit, die ich Velázquez gegenüber für dieses großartigste aller Gemälde empfinde, ist unermesslich; er spendete mir Trost, so dass ich zu meinem eigenen Leben zurückkehren konnte.“, schreibt Cummings. Ein glänzend geschriebenes Buch von großer Strahlkraft, für dessen Lektüre man kein Kunstkenner sein muss.

Laura Cumming, „Der verschwundene Velázquez – Ein besessener Sammler, ein verschollenes Gemälde und der größte Maler aller Zeiten“, S. Fischer Verlag 2017, gebunden, mit zahlreichen Abbildungen, 384 Seiten, 26 €