3. Mai: Alexandra Senfft

73. Schatzinsel-Veranstaltung

Alexandra Senfft liest aus „Der lange Schatten der Täter“

Nachkommen stellen sich ihrer NS-Familiengeschichte.

Das Schweigen der Täter, unbearbeitete NS-Verbrechen und Traumatisierungen durch den Zweiten Weltkrieg wirken kaum bemerkt bis heute nach. Still prägen sie als »vererbtes« Leid das Leben vieler Menschen, beschädigen Biografien und Beziehungen, beeinflussen die Politik. Eingebettet in die aktuelle Forschung erzählt Alexandra Senffts Reise durch das Erinnern, wie das Schweigen zur Last wird. Ihr Buch stellt unbequeme Fragen gegen das Verdrängen: Weshalb wurden Täter in Opfer verkehrt, welche Rollen spielen Schuld und Scham – und gibt es so etwas wie Gerechtigkeit? Sensibel und klug zeigt dieses Buch den Nachkommen der Kriegsgeneration Wege, sich auf heilsame Weise mit ihrem Erbe auseinanderzusetzen – und macht das Erinnern zum Auftrag in der Gegenwart für die Zukunft.

Alexandra Senfft ist Islamwissenschaftlerin und Publizistin. Ihre Themenschwerpunkte sind die transgenerationellen Folgen des Nationalsozialismus und der Dialog mit den Opfern und ihren Nachkommen, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit, der Nahostkonflikt sowie das Spannungsverhältnis Deutsche – Juden – Israelis – Palästinenser. In ihrem Buch »Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte« schreibt sie vom Umgang ihrer Familie mit dem Erbe ihres Großvaters Hanns Ludin. Ludin war ab 1941 Gesandter des Dritten Reichs in der Slowakei und maßgeblich an der Deportation der slowakischen Juden beteiligt.


Beginn 20 Uhr, Einlass 19 Uhr, Veranstaltungsort: Kunstmuseum Solingen, freie Platzwahl
Eintritt inkl. Pausensnack: 16 €, ermäßigt 11 € (Schüler bis 16 Jahren)
Abendkasse: 19 € / 14 €

Tickets gibt es immer in der Schatzinsel-Buchhandlung. Zusätzlich auf www.solingen-live.de (zuzüglich VVK-Gebühr) und in den ST-Geschäftsstellen (zuzüglich VVK-Gebühr).