Buchtipp „Nur die Tiere“

Wir haben den Text unserer Blind-Date-Aktion etwas umgeschrieben und so wurde daraus der 53. Schatzinsel-Buchtipp im Solinger Tageblatt, erschienen am 22. April 2021:

„Nur die Tiere“

 

 

 

 

 

 

Sie müssen mir jetzt einfach mal vertrauen:

„Nur die Tiere“ ist ein spannender Krimi und ein guter Roman, aber ich darf das hier nicht begründen, weil ich Ihnen dann zuviel verraten würde. Also:

In einem Dorf im französischen Zentralmassiv verschwindet eine Frau spurlos während eines Schneesturms.

Mehrere Menschen erzählen nun nacheinander ihren Teil der Geschichte. Der Roman ist strukturiert wie ein Puzzle. Die einzelnen Puzzleteile erkennen aber nicht das große Ganze. Das erkennen nur die Leser*innen nach und nach. Das Puzzle weist zudem noch ein besonderes Format auf, das ich nicht beschreiben darf. Vielleicht nur soviel: Die Welt ist eng und die Welt ist weit. Alle Puzzleteile haben ein gemeinsames Thema, das ich Ihnen natürlich auch nicht… Sie wissen schon.

 

 

 

 

 

 

Die Spannung wird Sie vorwärts treiben, Sie werden wissen wollen, was mit der verschwundenen Frau passiert ist; dabei werden Sie immer weiter in die Lebenswelten dieser Menschen und auch in die karge Berglandschaft hineingezogen, für die Sie sich ansonsten vermutlich nicht interessiert hätten. Das ist eine große Leistung des Autors.

Der Roman ist weder lustig noch heiter, bisweilen sogar befremdlich. Er ist raffiniert erzählt, sehr spannend, aber kein Schmöker, bei dem nur so über die Seiten geflogen werden kann. Dafür ist er viel zu genau erzählt. Am Ende werden Sie dasitzen mit so etwas wie irritierter Ehrfurcht. Das verspreche ich Ihnen.

Colin Niel, Nur die Tiere, Lenos Verlag 2021, aus dem Französischem von Anne Thomas, 286 Seiten, 22,- €

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