Buchtipp “Hitzetage”

2019, ein Hitze-Sommer in London. Ein Wal hat sich in die Themse verirrt. Eine Freundes-Gruppe plant ihr Wochenende. Eltern kommen in die Stadt oder werden auf dem Land besucht. Eine Abschiedsparty steht an.

London – Hitze

Ein Reigen unterschiedlicher Beziehungen, sehr divers. Themen sind das Leben in der Großstadt und London selbst. Liebe und Begehren. Finanzielle Schwierigkeiten und prekäre Arbeitsverhältnisse. Schwangerschaft und Heirat, Jugenderinnerungen und alte Freundschaften. Altwerden, Krankheit und Versöhnung-: Ein Roman über eine Gruppe von 30jährigen und ihre Eltern.

Beobachter und Erzähler

Mein Exemplar ist voller markierter Textstellen und Absätze. McKenna ist ein sehr exakter Beobachter und ein guter Erzähler. Das Buch ist frei von Ironie, Zynismus und psychologischer Laberei, es hat einen ganz eigenen Sound, ist sehr frisch, schnörkellos, direkt und mit viel Zuneigung zu seinen Figuren erzählt. Ab und zu kommt dann auch noch so ein Allwissender-Erzähler-Move hinzu. Die Übersetzung hat das alles sehr gut eingefangen.

Erotische Spannung

Die „Irish Times“ spricht davon, der Roman sei aufgeladen mit “erotischer Spannung”, eine etwas flauschige Formulierung. Es geht dann doch schon bisweilen deutlich handfester zur Sache. „Hitzetage“ ist ein Debüt-Roman und eine Entdeckung.

Oisín McKenna, Hitzetage, Residenz Verlag 2026, übersetzt von Hans-Christian Oeser und Alexandra Titze-Grabec, Originaltitel: “Evenings and Weekends”, 360 Seiten, 26 €

Erschienen am 12. März 2026 im Solinger Tageblatt als 101. Schatzinsel-Buchtipp.

Danke an Caro, die diesmal nicht wieder alles umstellen wollte, stattdessen die Zeichensetzung monierte und irgendetwas von “Ausdrucksarmut” von sich gab.

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