Buchtipp „Im Freibad“

35. Schatzinsel-Buchtipp im Solinger Tageblatt vom 25. Juli 2019:

Ein Buch.
Ein Handtuch.
Ein Schatzinsel-Team.
Zwei Meinungen:

Im Londoner Stadtteil Brixton soll das Freibad geschlossen werden, aber die Anwohner wehren sich dagegen.
Steffi: Ich wollte es so gerne mögen, vielleicht weil es mich an unser Lieblingsbuch „Sungs Laden“ erinnerte, in dem ein ganzer Stadtteil über ein Ereignis zusammenwächst. Deshalb klang „Im Freibad“ für mich so vielversprechend. Doch auch wenn ich das Buch zu Ende las, sogar ein Tränchen verdrückte, so überzeugte mich die Umsetzung leider nicht: Eine einfache Sprache und Handlungsstränge, die sich bisweilen in Nebensächlichkeiten verliefen. Aber vielleicht bin ich ja nur durch die zuletzt gelesenen und sprachlich anspruchsvolleren Geschichten ein wenig ‚verdorben‘.

Réjane: Für mich ist es die perfekte Liegestuhllektüre für den Sommer und deshalb hat mich an der Sprache überhaupt nichts gestört. Ich habe Rosemary und Kate sofort ins Herz geschlossen. Rose, die seit über 60 Jahren ihre Bahnen im Freibad zieht und die junge Kate, die über die bevorstehende Schließung berichten soll, werden über den Versuch, das Freibad zu retten nicht nur zu Freundinnen, sondern retten sich auch gegenseitig.
Ich bin von Anfang bis Ende tief in die Lebensgeschichte der beiden Frauen eingetaucht, habe gelacht, gebangt und geweint. Ich liebe dieses Buch sehr.

So, wer kommt jetzt mit ins Freibad?

Libby Page, Im Freibad
Ullstein Verlag 2019, übersetzt von Silke Jellinghaus, 380 Seiten, 14,99 €

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