Buchtipp “Red Star Down”

Jenna Williams, eine CIA-Agentin, vom nordkoreanischen Geheimdienst gejagt, steht im Zentrum der Geschichte.

Zwillingsschwester

Ein russischer Geheimdienstoffizier stirbt in Washington, ein junger Mann versteckt sich in Kalifornien vor Killern, ein Moskauer Student bringt Putin mit einer Frage in Bedrängnis und ein nordkoreanischer Spion bewegt sich im direkten Umfeld des Präsidenten. Und dann ist da noch Jennas traumatisierte Zwillingsschwester, die in einem Krankenhaus liegt und nicht spricht …

Schauplätze

Die Schauplätze reichen von Washington und Moskau über Nord- und Südkorea bis nach Kuala Lumpur und in den russischen Fernen Osten. All das spielt 2017, im ersten Jahr von Donald Trumps erster Amtszeit, als der Zugang zum Oval Office noch weitgehend ungeregelt war – eine unverhoffte Chance für ein nordkoreanisches Langzeit-Spionageprogramm (John hat in Südkorea gelebt und Nordkorea selbst bereist, er weiß, wovon er da schreibt).

700 Seiten

Die fiktive Geschichte wird dabei geschickt mit realen Personen und historischen Ereignissen verwoben. Viele Figuren, viele Schauplätze, viele Handlungsstränge: Man liest aufmerksam und fliegt trotzdem durch die mehr als 700 Seiten.

Romantiker

Ein rasanter, wuchtiger Schmöker und gleichzeitig ein klassischer Agentenroman. Mein Thriller des Jahres. Und bei all der handfesten Action entpuppt sich D. B. John am Ende auch noch als Romantiker. Großes Kino.

D. B. John, Red Star Down, Suhrkamp Verlag 2026, aus dem Amerikanischen von Lutz-W. Wolff, 717 Seiten, 20,- €

Erschienen am 03. September 2026 im Solinger Tageblatt als 106. Schatzinsel-Buchtipp.

Danke an Caro, die meinen ursprünglichen ersten Satz mit folgender Bemerkung vernichtet hat: “Dieser Satz ist für mich ein absoluter Abturner, ich hätte kein Bedürfnis den Buchtipp zu Ende zu lesen und meine Aggressionen gegen den Autor des Satzes wären geweckt – geht vielleicht nur mir so, birgt aber ein gewisses Risiko (für mich schwingt in diesem Eröffnungssatz ganz viel graue, selbstgefällige Herablassung mit, stell ihn doch ans Ende und beginn mit „Mein Thriller des Jahres“”.

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